Impressionen aus der Tagung

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Gemeinsame Erklärung zur europäischen Geschichts- und Gedenkarbeit Osthofen, 3. - 5. November 2008

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Valérie Drechsler,
Direktorin des Centre européen du résistant déporté, Site de l'ancien camp de Natzweiler,
Route Départementale, 130, F-67130 Natzwiller

 
Olivier Van der Wilt,
Konservator des Mémorial National du Fort de Breendonk, Brandstraat, 57, B-2830 Willebroek
 
Dr. Dieter Schiffmann,
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, der das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz in der Gedenkstätte KZ Osthofen und die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert angehören,
Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 
6, D-55116 Mainz

 
Steve Kayser,
Direktor des Centre de Documentation et de Recherche sur l'Enrôlement Forcé und Mitglied des 
Verwaltungsrates des Mémorial de la Déportation, 3A, rue de la Déportation L-1415 Luxembourg
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Präambel

Anlässlich des vom 3. bis zum 5. November 2008 in Osthofen organisierten internationalen Seminars « Europäische Perspektiven der Gedenkstättenpädagogik zur NS-Zeit in Frankreich, Belgien und Deutschland », verpflichten sich die unterzeichnenden Verantwortlichen und Vertreter von „Erinnerungs- und Geschichtsorten“ aus der Republik Frankreich, des Königreichs Belgien, der Bundesrepublik Deutschland und dem Grossherzogtum Luxemburg,

 

im Sinne einer europäischen Geschichts- und Gedenkarbeit, bestrebt das Andenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges zu würdigen, die Erinnerungsarbeit zu pflegen und wissenschaftliche Forschung zu fördern,

 

in Anlehnung an die Charta der Grundrechte der europäischen Union und an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, bemüht zur Wahrung der Menschenrechte, der unteilbaren und universellen Werte der Würde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität beizutragen,

 

im Interesse einer friedlichen Zukunft, berufen die Entfaltung der Unionsbürgerschaft basierend auf den demokratischen Grundprinzipien zu fördern,

 

ihre Ideen, Erfahrungen und Anstrengungen innerhalb einer sich in regelmäßigen Abständen an einem Ort ihrer Wahl zusammenfindenden Arbeitsgruppe „Geschichte–Gedenken“ zu teilen und auszutauschen, welche ihre Arbeit an gemeinsamen  Orientierungshilfen, Prinzipien und Richtlinien ausrichtet.


 

I. Grundlagen der Kooperation

1. den Geschichtsunterricht und das Wissen über und die Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen europäischen Gedächtnis zu fördern.

 

2. den interkulturellen und integrativen europäischen Dialog zu stimulieren.

 

3. den Respekt der Menschenrechte zu fördern.

 

4. die Authentizität unserer Erinnerungsorte zu schützen.

 

5. einen ständigen Kontakt zu den europäischen, nationalen und regionalen Bildungsinstitutionen aufrecht zu erhalten.

 

6. einen ständigen Kontakt zu den Bildungsorganismen, sowie den Akteuren des Bildungswesens aufrecht zu erhalten.

 

7. zu der Ausbildung von Erinnerungsträgern, die zugleich Multiplikatoren der demokratischen Grundwerte sind, beizutragen.

 

8. eine kontinuierliche Auswertung und Weiterentwicklung der Lern- und Lehrmethoden in den Gedenkstätten zu stimulieren.

 

8. die internationale Vernetzung zwischen den Gedenkstätten und Partnerinstitutionen zu fördern

II. Formen der Kooperation

In der Praxis geschieht dies durch den systematischen Austausch der pädagogischen Ressourcen und durch wechselseitige Praktika von Gedenkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, sowie durch den Austausch der Bibliographien, der Übersicht unserer Bibliotheks- und Archivbestände (u.a.) und durch die Schaffung von aktiven Beziehungen, u.a. auf direktem Weg durch den Dialog oder auf virtuellem Weg zwischen den „Geschichts- und Erinnerungsorten“.

 

Die Inhalte der Kooperation werden sich der Entwicklung der Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe „Geschichte-Gedenken“ anpassen.

 
 
Valérie Drechsler          Olivier Van der Wilt          Dr. Dieter Schiffmann          Steve Kayser