Impressionen aus der Tagung

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Vertreter auf der Tagung

Dr. Dieter Schiffmann,
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz,

der das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz in der Gedenkstätte KZ Osthofen und die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert angehören,

Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 6, D-55116 Mainz

 

Gedenkstätte KZ Osthofen

Eingangsbereich der Gedenkstätte KZ Osthofen
Eingangsbereich der Gedenkstätte KZ Osthofen
In den Gebäuden einer ehemaligen Papierfabrik entstand kurz nach der Machtübernahme der NSDAP das KZ Osthofen, wo vom Frühjahr 1933 bis Sommer 1934 Gegner des NS-Regimes, allen voran Mitglieder der KPD, der SPD und Gewerkschafter, aber auch Angehörige des Zentrums, Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und andere gefangen gehalten wurden.

Am Beispiel des ersten und sehr früh eingerichteten Konzentrationslagers des damaligen Volksstaates Hessens wird deutlich, was die Nationalsozialisten seit Beginn von Hitlers Amtszeit anstrebten: Die Ausschaltung der Gegner und Ausgrenzung ganzer Gruppen bis hin zur Vernichtung. Zwar wurde im KZ Osthofen in den 14 Monaten seines Bestehens noch kein Häftling ermordet, aber die Gefangenen wurden menschenunwürdig behandelt und misshandelt. Viele der Inhaftierten wurden nach der Schließung des Lagers erneut verfolgt, in andere Haftstätten und Lager verschleppt und dann später getötet.

Gedenken und Mahnen – sind Ziele der Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung im „NS-Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte KZ Osthofen“ und an der Gedenkstätte ehemaliges „SS-Sonderlager/KZ Hinzert“. In Osthofen arbeitet die Landeszentrale mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. zusammen. Im Mittelpunkt der Gedenkstätte steht die Dauerausstellung „Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz“. Sie zeigt die Geschichte der Konzentrationslager in Osthofen und Hinzert und gibt einen Einblick in die Thematik Verfolgung und Widerstand während der NS-Zeit im Bereich unseres heutigen Bundeslandes.

Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz in der Gedenkstätte KZ Osthofen ist zugleich ein Ort des Gedenkens, der Dokumentation und Erforschung sowie der pädagogischen Vermittlung der NS-Zeit für das Land Rheinland-Pfalz. Diese Funktionen beeinflussen sich wechselseitig.

Seit 1994 werden systematisch Dokumente aus Fremdarchiven, Fotos, Zeitzeugenberichte (schriftlich und/oder als AV-Medien), Mikrofilme und Mikrofiche gesammelt, insbesondere zu den beiden rheinland-pfälzischen ehemaligen Konzentrationslagern in Osthofen bei Worms und in Hinzert bei Hermeskeil. Im Jahr 1996 wurde hierfür das Dokumentationszentrum über die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz eingerichtet. Mit der Eröffnung einer ersten Dauerausstellung in der Gedenkstätte KZ Osthofen im November 1996 wurde ein erster sichtbarer Schritt getan.

Nicht vernachlässigt werden aber auch die übrigen die NS-Zeit in Rheinland-Pfalz betreffenden Themen, z.B. zur Verfolgung und des Widerstandes, zu den "Erziehungslagern" Adenau, Burg Stahleck und Marienthal, zum Straflager Eich u.v.m.

Neben der Sammlung wurde mit der Verzeichnung der Materialien begonnen.

Seit Fertigstellung der Umbaumaßnahmen Mitte des Jahres 2002 ist das NS-Dokumentationszentrum in das erste Obergeschoss des Gebäudekomplexes KZ Osthofen umgezogen. Hier können Besucherinnen und Besucher im Lesesaal des Zentrums zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz recherchieren und forschen.

 

Zur Homepage der Gedenkstätte KZ Osthofen

      

Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Blick auf das Dokumentations- und Begegnungshaus
Blick auf das Dokumentations- und Begegnungshaus
Anfang Oktober 1939 wurde in Hinzert bei Trier ein Polizeihaftlager für straffällig gewordene Westwallarbeiter eingerichtet. Es trug die offizielle Bezeichnung "SS-Sonderlager Hinzert". Nach Auflösung der Polizeihaftlager am Westwall im Frühsommer 1940 und der Unterstellung des SS-Sonderlagers Hinzert unter die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) am 1. Juli 1940 diente das Lager als "Durchgangslager" insbesondere der luxemburgischen, belgischen, französischen und niederländischen Häftlinge auf ihrem Leidensweg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau.

Aufgegeben wurde das Lager im März 1945, ein Teil der Häftlinge wurden auf den Marsch nach Buchenwald getrieben. Andere Häftlinge blieben im Lager - zuletzt ohne Aufseher - zurück, bis die Amerikaner kamen.

 

Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungshauses am 10.12.2005

 

Nachdem die Landeszentrale für politische Bildung im Auftrag der Landesregierung eine Konzeption für die Gedenkstätte ausgearbeitet hatte (1991/1992), installierte sie seit 1994 ein Informationssystem, das die "Stätten der Unmenschlichkeit" im Umfeld des ehemaligen Lagers ausweist und in ihrer historischen Bedeutung erläutert. Der rheinland-pfälzische Landtag fasste im Jahr 2002 einstimmig den Beschluss, ein Dokumentations- und Begegnungshaus neben der Gedenkstätte zu errichten. Es wurde am 10. Dezember 2005 in Anwesenheit des luxemburgischen Premierministers Jean-Claude Juncker und des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck eröffnet.

 

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