Impressionen aus der Tagung

Foto Kayser
Startseite > Teilnehmer > Frankreich

Vertreterin auf der Tagung

Valérie Drechsler,

Directrice du Centre européen du résistant déporté sur le site de l'ancien camp de Natzweiler-Struthof

 

Ehemaliges Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof

Blick auf das Außenglände
Blick auf das Außenglände
Im September 1940 machte der SS-Oberst und Geologe Blumberg die Stelle in den Vogesen ausfindig, an der sich eine Ader mit seltenem rotem Granit befindet. Im Auftrag von Reichsführer-SS Heinrich Himmler und Oswald Pohl, Leiter des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, wurde daraufhin beschlossen, in 800 m Höhe am Nordabhang des Mont-Louise ein Konzentrationslager für 4.000 Gefangene einzurichten. Blumberg war bei den Deutschen Erd- und Steinwerken (DEST) angestellt, einem SS-Betrieb, der von Himmler 1938 gegründet worden war. Die Firma war auf den Abbau von Steinen spezialisiert und setzte Deportierte für die härtesten Arbeiten ein. Der rote Granit aus Natzweiler-Struthof sollte auf Wunsch von Hitlers Architekt Albert Speer für den Bau des “Deutschen Stadions” in Nürnberg verwendet werden.

Am 1. Mai 1941 begann der Bau des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof, am 21. und 23. Mai kamen in zwei Transporten die ersten Deportierten aus Sachsenhausen an, mit rund 7.000 Gefangenen war das Lager gegen Ende des Jahres 1944 deutlich überfüllt. Etwa 52.000 (männliche) Personen aus ganz Europa sowie den nahe gelegenen Gefängnissen in Epinal, Nancy und Belfort wurden dorthin sowie in die angeschlossenen Außenlager deportiert. Die meisten Deportierten kamen aus Polen (13.800), der UdSSR (7.600) und Frankreich (6.800), meist aus politischen (60 %) und rassistischen (11 %) "Gründen". 22.000 Personen starben in Folge von Entkräftung, Kälte, Mangelernährung und lagerbedingten Krankheiten oder wurden direkt ermordet.

Heute erinnert das Museum sowie das 2006 eröffnete Europäische Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers an die Geschichte dieses und anderer Konzentrationslager. Beide Einrichtungen bieten sich unter anderem für den Besuch von Schulklassen an, der Großteil des Informationsangebots liegt auch in englischer und deutscher Sprache vor.

 

Zur Homepage ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler-Struthof